Technik Erklärt
Fotos sichern: Synchronisiert ist noch kein Backup
Ein Foto auf zwei Geräten kann bequem sein. Eine Sicherung muss eine andere Frage beantworten: Kommt die Datei zurück, wenn das Original beschädigt oder gelöscht ist?

Das gleiche Foto auf dem Telefon und auf dem Laptop sieht nach Sicherheit aus. Es kann aber auch bedeuten, dass beide Geräte gerade denselben Zustand anzeigen. Wird eine Datei gelöscht, kann der Dienst diese Entscheidung weiterreichen. Eine Sicherung stellt eine andere Frage: Gibt es eine Kopie, die an einem getrennten Ort liegt und sich bei Bedarf öffnen lässt? Das klingt weniger elegant als ein nahtloser Abgleich. Dafür ist es ein besserer Test. Wer mit einer einzelnen alten Aufnahme beginnt, merkt schnell, ob der Rückweg funktioniert. Erst wenn ein Foto wieder auftaucht, wird aus dem Versprechen einer Kopie eine brauchbare Sicherung.
Zwei Bildschirme sind noch keine zwei Sicherungen
Die Verwechslung beginnt bei der Bequemlichkeit. Eine Synchronisation sorgt dafür, dass überall dasselbe zu sehen ist. Das ist eine großartige Eigenschaft für den Alltag und eine gefährliche für die Sicherheit, weil sie beide Richtungen kennt.
Wird eine Datei auf einem Gerät gelöscht, gilt sie nach dem Abgleich auch auf den anderen als gelöscht. Wird sie versehentlich verändert, ist die Veränderung überall. Wird ein Konto gesperrt oder ein Dienst eingestellt, betrifft das alle Geräte gleichzeitig, weil sie alle von derselben Quelle abhängen.
Eine Sicherung arbeitet umgekehrt. Sie ist eine Kopie, die von der Veränderung am Original nicht automatisch erfasst wird. Deshalb kann sie einen Fehler überleben, den die Synchronisation sofort weitergegeben hätte.
Die Frage, die den Unterschied prüft, lautet: Wenn ich heute versehentlich einen wichtigen Ordner lösche, ist er dann morgen noch irgendwo vorhanden? Bei einer reinen Synchronisation ist die Antwort nein.
Was eine Kopie können muss

Vier Eigenschaften machen aus einer Kopie eine Sicherung. Fehlt eine, ist die Kopie schwächer, als sie aussieht.
Getrennte Speicherung. Die Kopie liegt nicht auf demselben Gerät. Eine Kopie auf derselben Festplatte schützt gegen ein versehentliches Löschen und gegen nichts anderes.
Ein zweiter Ort. Die Kopie liegt nicht im selben Raum. Ein Wasserschaden, ein Brand oder ein Diebstahl betrifft sonst Original und Kopie gleichzeitig.
Zugriff. Man kommt an die Kopie heran, auch wenn das Originalgerät nicht funktioniert. Ein verschlüsseltes Archiv, dessen Passwort nur auf dem defekten Gerät gespeichert war, ist keine Sicherung.
Lesbarkeit. Die Dateien lassen sich öffnen. Das ist der Punkt, der am häufigsten übersehen wird und der am meisten Arbeit macht.
Die ersten drei Eigenschaften sind eine Frage der Einrichtung. Die vierte ist eine Frage der Routine.
Das BSI und die Kontrolle
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik beschreibt in seinen Hinweisen des BSI zur Datensicherung mehrere Schritte: die Auswahl der Daten und einer geeigneten Software, mögliche Probleme bei der Datensicherung, die Wahl des Speichermediums und den Turnus für regelmäßige Sicherungen.
Für die Praxis am wichtigsten ist ein Satz aus dem Abschnitt zum Turnus. Das BSI schreibt, man solle gelegentlich überprüfen, ob das angelegte Back-up tatsächlich alle Daten enthält und lesbar ist. Die Seite ergänzt den Hinweis, dass Dateitypen und Programme veralten können und dann auf neueren Betriebssystemen oder Programmversionen nicht mehr oder nur eingeschränkt lesbar sind.
Das sind zwei verschiedene Risiken, und beide sind real. Das erste ist ein unvollständiges Back-up, das beim Wiederherstellen Lücken zeigt. Das zweite ist ein vollständiges Back-up, das niemand mehr öffnen kann, weil das Format oder die Software verschwunden ist.
Die BSI-Seite nennt kein Datum, und sie schreibt keine bestimmte Zahl von Kopien und keinen Prüfabstand vor. Sie empfiehlt die Kontrolle, nicht ein Verfahren. Wer daraus die Drei-Kopien-Regel ableitet, ergänzt etwas, das dort nicht steht; wer daraus eine jährliche Prüfung ableitet, tut dasselbe. Dieser Beitrag nennt deshalb nur, was die Quelle trägt.
Die drei Ebenen einer Sicherung
- Original Die Datei auf dem Gerät, das täglich benutzt wird.
- Getrennte Kopie Ein zweites Medium an einem anderen Ort, das von Löschungen am Original nicht automatisch erfasst wird.
- Prüfung der Lesbarkeit Das BSI empfiehlt, gelegentlich zu prüfen, ob eine Sicherung alle Daten enthält und lesbar ist.
Cloud, externe Platte, Ausdruck
Für die getrennte Speicherung gibt es mehrere Wege. Sie haben unterschiedliche Stärken, und keiner ist in jeder Hinsicht überlegen.
Eine externe Festplatte ist schnell, günstig pro Gigabyte und unabhängig von einem Anbieter. Sie liegt aber meist im selben Haus wie das Original und wird selten angeschlossen, wenn sie nicht griffbereit ist. Wird sie dauerhaft angeschlossen, wirkt sie wie eine zweite interne Platte und verliert einen Teil ihres Schutzes.
Ein Cloud-Dienst hat einen zweiten Ort automatisch und läuft ohne Zutun. Er bringt dafür eine Abhängigkeit mit: Zugang, Konto, Preis und Bedingungen liegen bei einem Anbieter, und die Wiederherstellung großer Datenmengen dauert. Wer einen Cloud-Dienst nutzt, sollte einen zweiten Weg dazunehmen, weil ein einzelner Anbieter ein einzelner Fehlerpunkt ist.
Ein Papierabzug ist kein Datenträger im üblichen Sinn, aber er ist ein interessanter Sonderfall. Ein gedrucktes Foto braucht kein Format, keine Software und keinen Strom. Es hat eine geringere Auflösung und lässt sich nicht durchsuchen. Als Ergänzung für wenige besonders wichtige Bilder ist es trotzdem die robusteste Variante, die es gibt.
Ein Archivformat auf einem zweiten Medium ist die vierte Möglichkeit. Die Wahl des Formats ist dabei wichtiger als die Wahl der Platte. Offene Formate, die von vielen Programmen gelesen werden können, halten länger als Formate, die an ein einzelnes Programm gebunden sind.
Wichtig ist die Kombination. Zwei Wege, die unterschiedliche Schwächen haben, ergeben zusammen mehr als zwei Wege mit derselben Schwäche.
Ein Test mit einer alten Datei
Die Prüfung der Lesbarkeit ist keine Übung für einen Notfall. Sie lässt sich an einem ruhigen Nachmittag durchführen, und sie braucht keine besondere Vorsicht, weil sie nichts verändert.
Man sucht eine einzelne alte Aufnahme, die mehrere Jahre alt ist, und öffnet sie aus der Sicherung. Nicht aus dem Fotoordner auf dem Telefon, sondern aus der Kopie. Wenn das Bild erscheint, hat man die halbe Antwort. Wenn es nicht erscheint, hat man eine wichtige Antwort, und zwar rechtzeitig.
Dann wiederholt man den Test mit einer Datei, die man lange nicht geöffnet hat, und mit einer, die vor Kurzem erst gesichert wurde. Der Vergleich zeigt, ob die Sicherung aktuell läuft oder nur irgendwann gelaufen ist.
Ein vollständiger Wiederherstellungstest, bei dem ein ganzes Gerät neu eingerichtet wird, ist die gründlichere Variante und für die meisten Haushalte nicht nötig. Wenn eine Sicherung aber nie getestet wurde und die einzige Kopie von etwas Wichtigem enthält, ist der Aufwand kleiner als der Verlust.
Die eine unbequeme Eigenschaft
Eine Sicherung ist keine Aufgabe, die man erledigt. Sie ist eine Gewohnheit, die man pflegt. Das ist der Grund, weshalb Sicherungen so häufig unvollständig sind: Der Nutzen zeigt sich nur im Schadensfall, und der Schadensfall kommt selten.
Wer das akzeptiert, kann die Anforderungen kleiner halten. Eine Kopie, die tatsächlich läuft, ist mehr wert als drei Kopien, die theoretisch geplant waren.
Quellen und Hinweise
- Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Back-up: Doppelt gesichert hält besser. Trägt die Schritte der Datensicherung, die Empfehlung, gelegentlich zu prüfen, ob ein Back-up alle Daten enthält und lesbar ist, sowie den Hinweis auf veraltende Dateitypen. Die Seite zeigt kein Datum, deshalb wird hier keines genannt. Sie nennt keine Anzahl von Kopien und keinen Prüfabstand.
- Apple: iCloud-Speicher auf dem Apple-Gerät verwalten. Anbieterabhängige Angaben zu Speicher und Einstellungen. Die Menübezeichnungen können sich mit der Version ändern.
- Google: Daten sichern oder wiederherstellen. Anbieterabhängige Angaben für Android. Ebenfalls versionsabhängig.
- Die drei Ebenen und der Test mit einer alten Datei sind die Zusammenstellung dieser Redaktion. Der Beitrag gibt keine Anbieterempfehlung und behauptet keine Garantie gegen Datenverlust.


